Videokunst

Von Baum zu Baum

Bäume sind Gedichte,
die die Erde in den Himmel schreibt.
(Khalil Gibran)

Standpunkt

In Deutschland ist das Verhältnis zum Wald gespalten: Magie, Erholung, Rohstofflager, Ärgernis, Hindernis. Deutschland ist das waldreichste und zugleich das autoreichste Land in Europa. Wo Straßen und Häuser hin sollen, müssen Bäume weg. Das Auto steht für Mobilität und grenzenlosen Individualismus, der Baum für Stabilität und soziale Gemeinschaft. Millionen Autos vergiften den Wald, einzelne Autos zerschellen an einzelnen Bäumen.
Bäume berühren mich, seit ich denken und fühlen kann. Als Vierjähriger war es für mich noch völlig natürlich, mich mit Bäumen zu unterhalten, über 50 Jahre später empfinde ich glücklicherweise wieder so. Heute wissen wir, dass Bäume soziale Lebewesen sind, die sich gegenseitig nähren, beschützen und helfen.

Aufbau

Im “Verwundeten Garten” sind  wenige Bäume noch stehen geblieben. Zwischen zwei dieser Bäume werde ich eine neue Form einer Projektionswand für meine Videoprojektion installieren: Weiße Bänder werden gespannt, dass eine halbtransparente, einem Geflecht ähnliche Leinwand entsteht, welche die beiden Bäume verbindet.

Das Video

Das Video entspringt meiner Serie „Bildrauschen“ . Formale Grundlage sind meine „Magischen Zeichen“, gemalte Kunstwerke, welche in langsame, meditative Bewegungen und Verfremdungen versetzt werden. Für das Video „Von Baum zu Baum“ werde ich die Bewegungssequenzen derart gestalten, dass die beiden Bäume, zwischen denen sich die Leinwand aus Bändern spannt, symbolisch miteinander kommunizieren. Die Interaktion ist das Thema.
Die Dauer des Videos ist ca. 30 min und wird so komponiert, dass es auch als Endlosschleife laufen kann.

Frank Fischer, April 2016